Audio Physic :: no loss of fine detail
   

Die richtige Aufstellung
der Lautsprecher

 

Regeln zur Lautsprecheraufstellung

 

Aus dem bisher gesagten
läßt sich nun die erste Regel
für die Lautsprecheraufstellung
ableiten:

 

 

 

Regel 1

Der Abstand der Lautsprecher zu allen Wänden sollte so groß wie möglich gewählt werden, damit die Reflexionen so spät wie möglich kommen und ihren Einfluß auf die Ortung verlieren.

Probieren Sie es hier aus!
Klicken Sie auf die Pfeile.

Als Idealwert, ab dem sich keine weitere Verbesserung mehr ergibt, können je nach Hörabstand 85 cm bis 1,5 m angesehen werden; sehr gute Ergebnisse sind aber schon mit Werten von 70 cm zu erreichen. Wer es genau wissen will, kann einen Freund bitten, mit einem Spiegel an der Wand entlang zu gehen. Dort, wo man vom Hörplatz aus den Lautsprecher im Spiegel sieht, entspringt auch die Schallreflexion. Mißt man nun die Abstände Lautsprecher - Spiegel und Spiegel - Hörplatz und zieht den Abstand Lautsprecher - Hörplatz ab, so weiß man, ob die kritische 1,7 m Zone über - oder unterschritten wird.

Liegt das Maß wesentlich unter diesem Wert, so gibt es noch die Möglichkeit, den Einfluß der Reflexion durch Dämpfung oder durch Streuung zu vermindern. Bei der Dämpfung wird ein Teil der Energie durch Reibung vernichtet, hierzu sind zum Beispiel schwere Stoffe, die mit einigen Zentimetern Wandabstand aufgehängt sind, geeignet. Wer noch einen Schritt weitergehen will, kann auch spezielle Dämmaterialien benutzen, auch hier sind die schwereren vorzuziehen. Eine Fläche von 1 m Höhe und 0,5 m Breite um den Mittelpunkt der Reflexion bringt schon erstaunliche Fortschritte. Bei der Streuung soll der Schall möglichst ungleichmäßig reflektiert werden; ein mit unterschiedlich großen Büchern gefülltes Regal kann hier gute Dienste leisten. Es gibt aber auch sogenannte Diffusoren zu kaufen, die speziell zum Zweck der Streuung von Schallwellen konstruiert sind.

Ein Wort noch zu einer generellen Eigenschaft der räumlichen Wahrnehmung. Kommt ein Mensch in einen vollkommen dunklen Raum, so hat er, obwohl er sich optisch nicht orientieren kann, sofort eine Vorstellung von der Größe dieses Raumes. Anhand von kleinen Geräuschen wird diese ausge-"echo"-lotet. Dieses Wissen über die Raumgröße verhindert in der Regel, daß bei der Musikwiedergabe etwas Gehörtes als "von hinter" der Rückwand kommend wahrgenommen wird.

 

Regel 2

Legt man also auf eine sehr gute Tiefenstaffelung Wert, so sollte der Abstand des Lautsprechers zur Rückwand entsprechend groß gewählt werden.

Wählen Sie einen großen Wandabstand!

Um das Thema Wandabstand zumindest vorübergehend abzuschließen, sei hier noch erwähnt, daß dieser auch einen großen Einfluß auf den Baßbereich hat. Je näher die Lautsprecher oder der Hörplatz an eine Wand rücken, um so kräftiger wird der Baß. Man sollte allerdings die Abstände zur Wand hinter und neben dem Lautsprecher nie gleich wählen, ein Verhältnis von mindestens 1:1,3 ist empfehlenswert.

 

Regel 3

Durch etwas Experimentieren mit dem Wandabstand von Lautsprecher und/oder Hörplatz kann man seine persönliche Klangbalance einstellen.

Verschieben Sie die Lautsprecher und die Sitzposition!

Leider bleibt es in einem Raum nicht bei diesen ersten Reflexionen. Ein Schallereignis wird von den raumbegrenzenden Flächen reflektiert, jede entstehende Reflexion wird wiederum reflektiert, jede resultierende Re...., bis man nach nur einer zehntel Sekunde mehrere Milliarden Reflexionen in einem normal großen Wohnraum hat. Jede neue Generation von Reflexionen hat zwar gegenüber der vorhergehenden etwas Energie verloren, aber es werden halt auch immer mehr. Das Ganze sieht dann etwa wie in der Abbildung aus und wird Nachhall genannt.

Diagramm Nachhall

 

Nachhall

Hier sehen Sie den Schalldruck und Zeitpunkt eines Schallereignisses und seiner Reflexionen in einem 30 qm Hörraum.

Der direkte Schall des Lautsprechers halbiert seine Lautstärke mit jeder Abstandsverdopplung, während die Lautstärke des Nachhalls überall im Raum gleich ist. Das hat zur Folge, daß ab einem bestimmten Abstand zum Lautsprecher mehr vom Nachhall gehört wird als vom eigentlichen Lautsprecher. Der Abstand zum Lautsprecher oder, besser gesagt, der Radius um den Lautsprecher, ab dem dies der Fall ist, wird von Akustikern der Hallradius genannt. Dieser liegt in einem durchschnittlichen Hörraum bei etwa zwei Metern. Da Sie wahrscheinlich mehr Interesse haben, den Klang Ihrer bevorzugten Aufnahme zu hören als den Klang Ihres Hörraums, folgt nun:

 

Regel 4

Je näher Sie an Ihren Lautsprechern sitzen, um so weniger wird die Wiedergabe durch den Hörraum beeinflußt. Ein Mindestabstand von 1,75 Metern sollte jedoch in jedem Falle eingehalten werden, damit sich die Schallfelder der einzelnen Chassis richtig addieren.

Bringen Sie die Sitzposition nach vorn!

Bei großen Lautsprechern, die nicht speziell auch für Nahfeld-Aufstellung optimiert sind, kann dieser Mindestabstand auch größer sein. Sollten sich bei Ihnen nur wesentlich größere Hörabstände als zwei Meter realisieren lassen, so ist besondere Sorgfalt bei der Inneneinrichtung des Hörraums zu empfehlen. Jeder Gegenstand dämpft einen Teil der Schallwellen, die an ihm reflektiert werden, wobei das Maß der Dämpfung frequenzabhängig ist. Leider werden höhere Frequenzen von fast allem bedämpft, besonders gut von Gardinen, Teppichen, Sesseln und Sofas, tiefe Frequenzen aber nur von großen Schränken oder großen Fenstern. Dies führt schnell zu einer überproportionalen Dämpfung bei hohen Frequenzen und damit zu einem leblosen und baßbetonten Klangbild.

 

Regel 5

Das Entfernen von unnötigen Höhen-Killern, z.B. durch Zusammenschieben von Vorhängen, bringt eine neue Lebendigkeit. Dämpfendes Raumakustik-Zubehör sollte man nur dort sparsam anwenden, wo wirkliche Störquellen vorliegen.

Öffnen Sie die Vorhänge!

D.h. bei den oben beschriebenen frühen Reflexionen und bei eventuell vorhandenen Flatter-Echos. Flatter-Echos treten hauptsächlich in spärlich eingerichteten Wohnungen auf, wenn der reflektierte Schall mehrmals zwischen den oberen Wänden hin- und hergeworfen wird, bevor er nahezu ungeschwächt das Ohr erreicht. Hat der Schall bis zu diesem Zeitpunkt ca. 30 m zurückgelegt, so wird er vom Gehirn als neues Schallereignis aufgefaßt.

 

Regel 6

Durch In-die-Hände-klatschen lassen sich Flatter-Echos leicht feststellen, und ebenso leicht durch ein paar kleine Kissen in den Raumecken und eventuell an den Kanten zwischen Wänden und Decke eliminieren.

Klicken Sie auf die Hände und das Kissen! Hören Sie den Unterschied!

Das am schwierigsten zu behandelnde Thema bei der Lautsprecher Aufstellung sind die stehenden Wellen. Als stehende Wellen bezeichnet man Schallwellen deren Wellenlänge ein geradezahliges Vielfaches des halben Wandabstandes sind. Stehende Wellen verstärken den Baß und machen ihn unpräziser, indem sie das Ausschwingen von Tönen unnatürlich verlängern. Der beste Weg, um ihre Wirkung zu vermeiden, ist es, einen Raum mit optimiertem Verhältnis von Breite zu Höhe zu Tiefe zu konstruieren.

Dieses Verhältnis ist aber für jede Raumgröße anders und die meisten Normalsterblichen haben sowieso nicht die Möglichkeit, ihre Raumproportionen frei zu wählen. Was kann man also machen? Von der Möglichkeit, sich spezielle Absorber, die auf die Frequenzen einzelner stehender Wellen abgestimmt sind, für den Hörraum zu installieren, soll einmal abgesehen werden. (Der Autor zumindest hat noch kein mit solchen Absorbern ausgestattetes Musikzimmer gesehen.) Besonders stark ausgeprägt sind stehende Wellen, wenn entweder der Lautsprecher oder der Hörer sehr nah an einer der Wände plaziert ist, zwischen denen eine stehende Welle auftritt. Dies ist ein weiteres Argument für einen großen Wandabstand der Lautsprecher.

 

Regel 7

Ist dieser Weg nicht realisierbar, so hilft es sehr, die Ecken des Raumes mit Möbeln, Tube Traps oder Monolithen von RoomTune auf etwa einen Meter Breite und mindestens einen Meter Höhe zuzustellen.

Probieren Sie es aus!

 

Regel 8

Auch eine ungleichmäßige Anregung von vielen verschiedenen Punkten im Raum ist zur Unterdrückung stehender Wellen sinnvoll.

Sehen Sie unterschiedliche Anordnungen!

So sind bei der Stereowiedergabe und raumsymmetrischer Lautsprecher-Aufstellung die stehenden Wellen zwischen linker und rechter Wand gut unterdrückt, da tiefe Frequenzen bei fast allen Aufnahmen zusammengemischt sind. Für vordere und hintere Wand und für Boden und Decke stehen die Lautsprecher jedoch auf einer Linie.

Treten hier Probleme auf, so kann ein zusätzlicher Subwoofer Verbesserung bringen, der möglichst nicht mit den Lautsprechern auf einer Linie stehen sollte. Im Extremfall (Wände des Hörraums aus Rigips, Decke und Boden aus Beton) kann das sogar bedeuten, daß die beste Position für den Subwoofer auf einem Sockel zwischen Boden und Decke ist. Auch eine Aufstellung nicht parallel zu einer Wand, sondern beispielsweise rechts und links von einer Ecke, kann stehende Wellen unterdrücken. Bei solchen Aufstellungen ist es aber häufig schwierig, eine symmetrische Klangbühne zu erzielen. Wenn dieses jedoch gelingt, wird man durch gute Tiefenstaffelung belohnt.

Zuletzt wäre noch die Frage nach dem Abstand zwischen den Lautsprechern zu klären. In den Kindheitstagen der Stereophonie wurde das gleichseitige Dreieck präferiert, daß heißt, gleicher Abstand zwischen Lautsprechern und Hörer. Diese Empfehlung darf heute getrost als historisch bezeichnet werden. Bei den damals, besonders im amerikanischen Raum üblichen Stereoaufnahmen, mit zwei, mehrere Meter voneinander entfernten Mikrofonen entstand bei größerem Abstand zwischen den Lautsprechern ein Loch in der Mitte. Bei modernen Aufnahmen ist dieses Problem weitgehend ausgeräumt. Der Mikrofonabstand beträgt zwischen 0 cm und maximal einem Meter, bzw. jedes Instrument erhält ein eigenes Mikrofon. Der Ort, wo es später zu hören ist, wird am Mischpult bestimmt. Bei Audio Physic durchgeführte Forschungen haben gezeigt, daß ein Öffnungswinkel von 75° zwischen Hörer und Lautsprechern bei genauer Positionierung noch keine Nachteile hat.

 

Regel 9

In der Praxis heißt das: Der Abstand zwischen den Lautsprechern darf bis zum 1,2-fachen des Abstandes zwischen Lautsprecher und Hörer betragen.

Die sich dann ergebende große Bühne hat den Vorteil, daß einzelne Instrumente viel besser räumlich voneinander getrennt werden. Bei einem Fernseher müssen Sie übrigens für 17% mehr Bildbreite ca. 20% mehr Geld anlegen, bei der Lautsprecheraufstellung bekommen Sie 20% mehr Klangbühnen praktisch zum Nulltarif.

 

Phänomene der menschlichen Schallwahrnehmung
Beispielaufstellung der Lautsprecher Punkt für Punkt

Sitemap  

  info@audiophysic.de

  Almerfeldweg 38

  59929 Brilon

  Tel +49 2961-96170

  Impressum