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Phänomene der menschlichen Schallwahrnehmung

Ein Platz an der Sonne –
So plazieren Sie Ihre Lautsprecher richtig

Praxistips und Hintergrundwissen
zum Thema Raumakustik

Wo ist er, der optimale Platz für Lautsprecher und Hörer? Bevor wir uns mit dieser Frage beschäftigen, sollten erst einmal einige der grundlegenden Phänomene der menschlichen Schallwahrnehmung geklärt werden.

P.W. Klipsch, der Entwickler des legendären Klipsch-Horns, sagte einmal: „Gott hat dem Menschen zwei Ohren, aber nur einen Mund gegeben, damit er doppelt soviel hört, wie er redet“. Es gibt allerdings noch einen zweiten Grund. Aus den Unterschieden der Signale, die von beiden Ohren an unser Gehirn weitergeleitet werden, können wir den Ort der Schallquelle bestimmen.

 

Schallwahrnehmung 1

Steht die Schallquelle vor uns, so erreicht der Schall beide Ohren gleichzeitig und mit gleicher Lautstärke.

 

Schallwahrnehmung 2

Steht die Schallquelle 90 Grad rechts neben uns, so erreicht der Schall das rechte Ohr etwa 0,7 tausendstel Sekunden früher als das linke. Der Kopf stellt für das linke Ohr einen akustischen Schatten dar, so daß der Schall für dieses leiser ist.

 

Schallwahrnehmung 3

Strahlen zwei Lautsprecher das gleiche Signal von unterschiedlichen Orten ab, so bildet das Gehirn einen Mittelwert zwischen diesen beiden Orten. Bei der alten Mono-Aufnahme von Maria Callas hören wir die Sopranistin samt Orchester genau aus der Mitte zwischen den Lautsprechern.

 

Schallwahrnehmung 4

Die Reflexion von einer Wand ist für das Gehirn aber nicht ohne weiteres von einer echten Schallquelle zu unterscheiden. Der Ort der Schallquelle wird bei der Mittelwertbildung vom Lautsprecher in Richtung der Reflexion gezogen.

Erfreulicherweise hat das Gehirn im Laufe unserer Evolution eine Taktik entwickelt, mit der wir Licht ins dunkle Chaos der Reflexionen bringen können.

 

Schallwahrnehmung 5

Tritt ein neues Schallereignis auf, so werden nur die ersten fünf tausendstel Sekunden zur Ortung herangezogen, alles, was danach kommt, wird erst einmal unterdrückt. In fünf tausenstel Sekunden legt der Schall 1,7 m zurück. Muß der Schall der Reflexion also einen 1,7 m längeren Weg zurücklegen als der der Schallquelle, so hat er keinen Einfluß auf unsere Ortung mehr.

Diese intelligente Wertung des Gehörten hat es uns früher ermöglicht, auch im dichten Wald mit zahlreichen, an Bäumen entspringenden Reflexionen immer in der richtigen Richtung vor dem Säbelzahntiger davonzulaufen.

 

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